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Eine Clownin fürs NOTEL


clownin Sophia Altklug Am 12. Oktober 2006 fand zum zweiten Mal eine Benefizveranstaltung für das NOTEL mit der Kabarettistin Dr. Kristin Kunze statt.

Kristin Kunze (alias die Clownin Sophia Altklug) führte in diesem Jahr ihr Stück "Oma Maria oder die erste Geige" vor einem interessierten Publikum im Kölner Domforum auf.

In diesem Ein-Personen-Stück reist die Clownfrau durch anderthalb Jahrhunderte deutscher Frauengeschichte, stellt - angefangen von der Ururgrossmutter Maria bis zum kleinen Mariechen - fünf verschiedene Frauen dar, tanzt Walzer, Charlston oder Foxtrott, "boxt" sich durch Leben und träumt ihre Hoffnung, einmal die erste Geige spielen zu dürfen.

Am Beginn jeder einzelnen Frauengeschichte spricht die Clownin Sophia Altklug den bezeichnenden Satz: "Ich hatte natürlich ganz andere Möglichkeiten als meine Mutter. Es war schließlich eine neue Zeit:" Als Symbol für angeborene Talente reichte jede Mutter die Geige an ihre Tochter weiter. Was Marie-Ann oder Marie-Christine mit dem Instrument anstellten, hing von den Möglichkeiten ab, die ihnen die Gesellschaft bot.

Ankündigung Obwohl in diesem Stück die Gleichberechtigung von Frauen im vorletzten und letzten Jahrhundert das Thema der Darbietung war, gelang es Kristin Kunze mit kleinen Anmerkungen immer wieder die Brücke zum NOTEL und dessen Übernachtern zu schlagen.

Gleichberechtigung und Anerkennung gilt für obdachlose Drogenabhängige gleichermassen; und ob unsere Gesellschaft solchen Menschen die Möglichkeit bietet, ihre Talente zu verwirklichen und umzusetzen - vielleicht auch mal "die erste Geige spielen" zu dürfen, muß immer wieder kritisch angefragt werden. Dass ein jeder unserer Gäste seine von der Sucht verschütteten Talente immer noch hat und auch mal aufblitzen läßt, erleben wir jeden Abend im NOTEL.

Vielen Dank Sophia Altklug und bis zum nächsten Jahr! Wir freuen uns schon!

Berthold Koperski (verfaßt Oktober 2006)