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Notel erhält den Adolf-Kolping-Preis 1998

Der Adolf-Kolping-Preis für das Jahr 1998 ging an die Notschlafstelle für Junkies


Bärbel Ackerschott nahm den
 Adolf-Kolping-Preis, überreicht durch Bürgermeister Peter Müller,
 entgegen. Abends um 20 Uhr öffnen sich in der Kölner Victoriastrasse die Türen für Junkies. Bis 22.30 Uhr können dort Süchtige einen Platz für die Nacht finden. Bis zum nächsten Morgen bleiben die Sorgen erst einmal auf der Strasse. Gemeinsam mit ihren Mitarbeitern kümmert sich Bärbel Ackerschott um die von der Gesellschaft Ausgestossenen.
Für dieses Engagement erhielt die Notschlafstelle für Drogengebraucher in Köln, das NOTEL, den 11. Adolf-Kolping-Preis, der mit 10.000 DM dotiert ist.

Im Februar 1990 wurde das NOTEL unter der Trägerschaft der Missionsgesellschaft vom Heiligen Geist gegründet, um Drogenabhängigen zu helfen und ihnen neue Lebensperspektiven zu eröffnen. "Wir wollen die Verelendung der Abhängigen verhindern", erklärte B. Ackerschott.

Die ersten neun Ankömmlinge an einem Abend erhalten jeweils ein Bett. "Wir haben 100 bis 150 Drogenabhängige, die einen Schlafplatz brauchen", so B. Ackerschott. Da so viele Betten aber nicht vorhanden sind, gibt es ein System bei der Vergabe der freien Betten: 14 Nächte innerhalb von zwei Monaten darf ein Abhängiger die Schlafstelle aufsuchen; danach muss er eine zweiwöchige Pause einlegen, und erst nach dieser Zeit darf er wiederkommen.

Bärbel Ackerschott (3.v.r.) und das Team vom Notel nahmen den
 elften Adolf-Kolping-Preis aus der Hand des Stiftungsvorsitzenden Peter Müller (r.)
 und des Vorsitzenden des Kuratoriums Herbert Janser (2.v.r.) entgegen. In seiner Laudatio lobte Kölns leitender Polizeidirektor Winrich Granitzka die Arbeit der Mitarbeiter. "Sie helfen den Drogenabhängigen zur Ruhe zu kommen."
Auch Bürgermeister Peter Müller hob das Engagement des Teams hervor. Bärbel Ackerschott dankte für die Verleihung. Durch diesen Preis werde gezeigt, dass die Abhängigen "nicht an den Rand der Gesellschaft gehören". Vielmehr werde dadurch klar gemacht, "dass sie einen Platz in unserer Gesellschaft haben".

aus dem Kölner Stadtanzeiger vom 23. 10. 1998