Krankenwohnung "Kosmidion" (Teil 1)

Nachdem Pater Bruno Trächtler am 3. Oktober 2008 die Krankenwohnung für Drogenabhängige
"Kosmidion" eingesegnet hatte, war dies das Ende einer langen und intensiven Vorbereitungszeit.
Immer wieder der Frage nachspürend, ob dieses Projekt eine Spur ist, auf die der Heilige Geist uns lockt,
hatten wir, die Spiritaner, das Notel-Team
und die Kommunität Kosmas & Damian es gewagt.
Seit der ersten Idee, ein Aufenthaltsangebot für Drogenabhängige zu gründen, die krank, aber nicht
krank genug für das Krankenhaus sind (z. B. Grippe), waren acht Jahre vergangen. Und dann sagte
P. Trächtler vor 15 Monaten - gut spiritanisch in der Woche nach Pfingsten, dass er sich
vorstellen könne, Gästezimmer im Haus zur Verfügung zu stellen.
Während wir auf der einen Seite sicher waren, auf dem richtigen Weg zu sein, schlich sich immer wieder die Frage ein, ob das Wagnis angemessen ist. Es gibt kein vergelichbares Projekt in Europa. Sind wir größenwahnsinnig? Geht unsere Idee am Bedarf vorbei?
Und dann meldeten sich zwei Stiftungen, die uns mitfinanzieren wollten. Die Bedenken rückten wieder in den Hintergrund. Ab dem 06. Okober 2008 konnte die Krankenwohnung belegt werden. Wir hatten Ärzte, die Drogenabhängige behandeln, informiert, ebenso Methadonambulanzen, Drogenberatungs- und Kontaktstellen. Wir waren bereit, alles war getan, aber nichts bewegte sich.
In der ersten Woche bleiben wir noch gelassen, fanden es in Ordnung, nach der stressigen Vorbereitungsphase einen Augenblick Ruhe zu haben. In Gesprächen mit Notel-Übernachtern zeigte sich, dass sie uns nicht glaubten, dass die Krankenwohnung keinen Haken hat. Es konnte nicht sein, dass wir ihre Notlage nicht ausnutzen, um sie von den Drogen wegzubekommen. Absichtslose Angebote des Hilfesystems kennen sie nur vom Notel.
Parallel stellten wir uns die bangen Fragen: Sind wir einem Irrtum erlegen? Haben wir uns was vorgemacht? Hätten wir den Bedarf besser prüfen müssen?

Damit war der Bann gebrochen; sie hatten das "Kosmidion" in Besitz genommen. Mit Einweisungen vom Arzt sind zurzeit alle fünf Betten belegt.
Jetzt am Anfang ist vieles neu und arbeitsintensiv. Es geht uns gut mit den Herausfordeungen,
wohl wissend, dass es auch noch Schwierigkeiten geben wird. Aber Libermann rät zur Gelassenheit,
weil alles, was ohne Schwierigkeiten anfängt, nach seiner Erfahrung vom Teufel ist.
Seit dem 3. Oktober 2008 gehören zum NOTEL die Notschlafstelle und die Krankenwohnung "Kosmidion".
Warum wir diesen Namen gewählt haben, werden wir in den nächsten Nachrichtenberichten.
Bärbel Ackerschott (verfaßt November 2008)
